Dienstag, Dezember 11, 2007
Aus für das Bergrennen Schleizer Dreieck
Herbe Enttäuschung auf der ganzen Linie für alle Bergrennfreunde in Deutschland: Das Bergrennen Schleizer Dreieck muss nach aktuellem Stand aus dem Terminkalender 2008 gestrichen werden, weil alleine die verdoppelte Streckenmiete eine Durchführung der Veranstaltung unmöglich macht. Foto: Karlheinz Franz
Mit Rückgabe des Termins bei der Betreibergesellschaft Schleizer Dreieck hat der ADAC Naila die beliebte Bergrennveranstaltung auf der ältesten deutschen Naturrennstrecke ad acta gelegt. Vorübergehend zumindest. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird es 2008 kein Bergrennen Schleizer Dreieck geben. Rennleiter Richard Heller begründete diesen Schritt am Dienstag, 11. Dezember, gegenüber der SMS-Redaktion mit den exorbitant gestiegenen Mietkosten für die Strecke, die sich gegenüber 2007 nahezu verdoppeln würden.
Aus diesem Grund hat der Veranstalterclub jetzt die Reißleine gezogen und seine Terminanmeldung annulliert. „Es ist unmöglich, die neuerdings deutlich im fünfstelligen Bereich liegende Streckenmiete zu bezahlen“, resümiert Richard Heller enttäuscht. Mit ein Grund für die Entscheidung, das beliebte Saisonauftaktrennen in Thüringen zumindest für 2008 abzusetzen, ist laut Heller die Tatsache, dass es in den vergangenen Jahren nicht möglich war, Rücklagen zu bilden. Hierbei wirkt sich nunmehr eine fragwürdige sportpolitische Entscheidung aus, zumal der KW-Bergcup das Schleizer Bergrennen nicht mehr als Wertungslauf ansetzte, weil Heller sich vor drei Jahren geweigert hatte, zusätzlich zu Hannes Martin einen eigenen Streckensprecher für den H-Cup zuzulassen.
Zur Finanzierung des Schleizer Bergrennens waren die in den zurückliegenden Jahren immer beliebter gewordenen Einstellfahrten am Freitagnachmittag zu einer festen Größe geworden. Auch für diese wäre nach den mittlerweile in Schleiz zu Grunde liegenden Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetztes (BImSchG) kein Platz mehr. Die Betreibergesellschaft rechnet dem ADAC Naila akribisch genau die nach BImSchG zur Verfügung stehenden Kontingente vor. Weil durch offenbar lukrative Fahrertrainings von renommierten Werken wie Porsche und Audi die Kontingente verbraucht sind, würde der ADAC Naila in die Röhre gucken. Selbst die beliebte Buchhübel-Tribüne im Bereich der Zielkurve hätte 2008 nicht mehr zur Verfügung gestanden.
In der Summe sind dies für den Nailaer Ortsclub triftige Gründe genug, um nach zehn Bergrennen auf dem Schleizer Dreieck künftig möglicherweise andere Wege zu gehen. Dass sich aus dem Kreise der Betreibergesellschaft oder Politiker jemand bewegen lassen könnte, die Entscheidung der GmbH in letzter Sekunde noch zu kippen, daran glaubt Richard Heller nicht wirklich. Letztlich geht es hier ums liebe Geld. Und von dem haben andere Veranstalter allem Anschein nach eine ganze Menge mehr als der ADAC Naila. Was für ein Dilemma, dass diese renommierte Veranstaltung auch durch Mitverschulden des deutschen Bergrennsports selbst vor die Hunde gehen muss.
Eine alternative Strecke steht nicht zur Verfügung, zieht Richard Heller blank. Im Augenblick zumindest nicht. Natürlich hat der umtriebige Oberfranke längst einige alternative Pisten im Visier. Doch auf diesen schnell ein Bergrennen zu etablieren, ist selbst für den organisationsbewährten Nailaer Club um Richard Heller alles andere als ein Pappenstiel. Doppelte Beplankung, um die ganze Fahrzeug-Bandbreite am Start zu haben, und die teils langwierigen Genehmigungsgebaren stellen Hürden dar, sie sich nicht so ohne Weiteres überwinden lassen.
©khf