Mittwoch, November 09, 2005

HANS soll Rennfahrer besser schützen

Head and Neck Support, kurz HANS genannt, ist ein Rückhaltesystem zum Schutz des Kopfes und des Nackens. Es soll Rennfahrer vor starken Verletzungen im Kopf- und Nackenbereich schützen. Was seit 2003 in der Formel 1 und inzwischen in zunehmend mehr Rennserien verbindlich vorgeschrieben ist, wird von verantwortungsbewussten Fahrern vermehrt schon auf freiwilliger Basis auch im Breitenmotorsport in Anspruch genommen. Ab 2007 schreibt der DMSB das System für einige Fahrzeuggruppen im Bergrennsport verpflichtend vor.

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Das Head and Neck Support besteht aus einem Kohlefaser-Kragen inklusive Schulterstütze und Gurtauflage. Die Schulter-Sicherheitsgurte pressen HANS fest gegen den Oberkörper. An dem Kragen wird schließlich der Helm mit Bändern fixiert. HANS soll verhindern, dass bei einem Unfall der Kopf des Fahrers nach vorn geschleudert wird, was zu einer Überstreckung der Wirbelsäule im Nackenbereich mit erheblichem Verletzungspotenzial bis hin zu Querschnittslähmung oder schlimmstenfalls gar Genickbruch führen kann.

Denn im Falle eines Aufpralls kann kurzfristig eine bis zu 80-fache Erdbeschleunigung auf den Fahrer einwirken. An Halswirbel und Nackenmuskeln wird dabei mit einer Kraft gezerrt, als ob sich das Gewicht von Kopf und Helm kurzzeitig von ungefähr sieben auf bis zu 560 Kilogramm erhöhen würde.

Diese Belastung, die bislang der Nacken des Piloten verkraften musste, wird von HANS teilweise absorbiert. Der schützende Kragen verhindert auch, dass der Kopf am Lenkrad oder am vorderen Cockpitrand aufschlägt.

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Entworfen wurde das System übrigens an der Universität von Michigan. Mercedes-Benz entwickelte den Kopf- und Nackenschutz dann weiter. In der Praxis bewährte sich HANS zunächst in den US-amerikanischen NASCAR- und ChampCar-Rennserien.

Als nächstes wurde es von den Piloten der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) getestet und anschließend verpflichtend vorgeschrieben. Es wird von den Fahrern voll akzeptiert. So lobt unter anderem DTM-Fahrer Manuel Reuter das Sicherheits-System als „exzellente Erfindung, die sich bereits mehrfach bewährt hat“.

Wie so oft steckt auch bei HANS der Teufel im Detail: Einige Fahrer klagen noch über Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und zum Teil sogar über Schmerzen. Entscheidend für den Erfolg von HANS wird eine individuelle Anpassung an Fahrer und jeweiliges Cockpit sein.
(C) Allianz-Group/ kfh

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Sportwagen-Pilot Bruno Winkler (CH) demonstriert das Anlegen von HANS und Fahrerhelm.
Foto: Karlheinz Franz/ Grafiken: Allianz-Group

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