Montag, Mai 28, 2007

Norbert Handa Gesamtsieger in Wolsfeld

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Mit gut acht Zehntelsekunden Vorsprung vor Marcel Steiner hat Norbert Handa das 45. Wolsfelder AvD/EMSC-Bergrennen gewonnen. Für Handa ist dieser wunderschöne Erfolg der zweite Gesamtsieg in seiner über 30-jährigen Motorsport-Karriere.
Foto: Karlheinz Franz



Die Sensation ist perfekt: Norbert Handa gewinnt das 45. Wolsfelder AvD/EMSC-Bergrennen im Lancia Delta Integrale gegen eine bärenstarke Konkurrenz sowohl in der Division der Tourenwagen als auch in der Kategorie der Rennsportfahrzeuge. Der Unterfranke krönt damit seine über 30-jährige Motorsport-Karriere mit einem weiteren Gesamtsieg – dem zweiten nach Eichenbühl 2005. Hinter Handa wurde Marcel Steiner im Martini MK 77-Sportwagen Zweiter, gefolgt von Uwe Lang im Osella PA 20/S.

Der Markt Einersheimer konnte nach Bekanntwerden des Resultates sein Glück nicht recht fassen. „Das Auto hat offensichtlich hervorragend gepasst für die heutigen Verhältnisse.“ Handa hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass die kurze Piste mit ihren engen Kurven ihm nicht sonderlich liegt. Doch das Setup des Lancia Delta Integrale war diesmal absolut perfekt für die teils holperige Fahrbahn. „Das wäre eigentlich ein Ding für Bruno Ianiello im S4 gewesen“, resümiert der Tourenwagen-Berg-Meister des Jahres 2002 am Ende reichlich verdutzt.

Umso größer ist die Freude bei Norbert Handa, der beim Rennsteig-Bergrennen bereits im ersten Wertungslauf mit dem Lancia kurz vor dem Ziel auf der eigenen Kühlflüssigkeit ausgerutscht und mehrfach in die Reifenkette geknallt war. „Das ist ein bisschen Ausgleich für das, was mir jüngst am Rennsteig und bei einigen anderen Veranstaltungen 2006 widerfahren ist“, äußert sich Handa überglücklich, kann die Freude ob des Divisionssieges bei den Tourenwagen und des Gesamtsieges aber nicht so recht raus lassen.

Wie auch immer: Als Gesamtsieger erhält er das „Goldene Faß“ der Bitburger Brauerei. Feiern ist für den 57-Jährigen nach der Siegerehrung aber eher nicht, denn er muss seine Familie im Kleinbus mit dem Rennwagen auf dem Hänger hintendran selbst zurück an die Mainschleife fahren. Außerdem steht für den Schlosser am Dienstag ein ganz regulärer Arbeitstag bevor. „Dann machen wir das Fass eben später auf“, zeigt sich Norbert Handa inzwischen doch schon ein wenig in Feierlaune.

Marcel Steiner heißt der zweite Gewinner des Tages, holte er sich doch den Divisionssieg bei den Rennsportfahrzeugen. Der Schweizer schaffte im dritten und letzten Heat zwar noch eine geringfügige Resultatsverbesserung, konnte Handa aber nicht mehr gefährlich werden. Gut acht Zehntel lagen am Ende zwischen Beiden. Auch der Schweinfurter Uwe Lang schaffte im dritten Durchgang noch eine Resultatsverbesserung, was ihm letztlich den dritten Gesamtrang einbrachte.
Sechs Zehntel dahinter fuhr (Raketen-)Bruno Ianiello durchs Ziel, der Bruno Winkler als Gesamtfünften noch abfangen konnte. Nicht mehr gesehen war beim letzten Durchgang Berglöwe Herbert Stenger. Den zweiten Lauf hatte der zehnfache deutsche Berg-Meister mit einem Dreher verhauen, wonach der Sommerkahler entschied, mit dem bockigen Eigenbau-CN gar nicht mehr an den Start zu gehen.

Ähnlich erging es auch Reto Meisel, der Heat drei ohne Zeit beendete. Darüber freute sich zumindest ein wenig Achim Kreim, der im Mitsubishi Evo 8 überraschend auf den sechsten Gesamtrang kam und zugleich Dritter der Tourenwagen-Division wurde. Mit vier Sekunden Rückstand folgte dann bereits Holger Hovemann als bester H2000-Akteur, dem ein wie entfesselt fahrender Olaf Rost im Auto von Vater Siggi den ganzen Tag über im Nacken saß und lediglich sieben Zehntel zurücklag. Dritter bei den H2000-Autos war nach toller Fahrt Björn Wiebe im Renault Clio Williams vor seinem Markenkollegen Thomas Flick.

In der 1600er Klasse war Frank Brügge im Golf das Maß aller Dinge. Zehn Sekunden lagen am Ende zwischen ihm und Markenkollegen Ralf Kroll, der das Aggregat auf der schlüpfrigen Strecke lediglich im unteren Drehzahlbereich arbeiten lassen konnte, um nicht permanent durchdrehende Räder zu haben. Das untertourige Fahren summierte sich letztlich zu dem ungewohnten Abstand zu Klassensieger Brügge.

Sechs Sekunden legte Peter Naumann im 1300er Polo zwischen sich und Klaus Bernert. Dahinter machte Hans-Peter Wiebe im Renault R8 Gordini einen super Job. Wiebe war nach Addition aller drei Läufe lediglich einen Wimpernschlag langsamer als Bernert. In der H1150 war Tobias Klimsa im Polo Schnellster vor Franz Koob im Fiat 128 und Rolf Kamphausen im Simca 1000.

Ein Wort noch zu Reto Meisel. Der DM-Leader bei den Tourenwagen hatte sich in Heat drei gedreht. Dabei war ihm der Judd-V8 abgestorben, weshalb der Schweizer grantig den Rückweg ins Fahrerlager antrat, ohne auch nur einen einzigen Punkt aus diesem Wertungslauf mit nach Hause zu nehmen.

Aufgrund der von Steffen Hofmann gelegten Ölspur mussten Sportwarte, Fans und Teilnehmer in Wolsfeld eine ganze Stunde nachsitzen. Erst nach 18.30 Uhr war das Rennen beendet. Im Fahrerlager und auf den Zuschauer-Parkplätzen waren ab dem späten Nachmittag Schlepper äußerst begehrt. Sowohl die Teilnehmer als auch die Fans hatten oftmals keine andere Wahl als sich von einem Traktor auf befestigtes Terrain schleppen zu lassen.
©khf

Gesamt- und Klassenergebnisse Wolsfelder Bergrennen hier zum Download:
wolsfeld2007_rennen_gesamt.pdf
wolsfeld2007_rennen_klassen.pdf

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