Sonntag, November 20, 2005

Sportwagen-Berg-Cup 2005: Gesamtsieg für Marcel Steiner (CH)

Wachablösung im Sportwagen-Berg-Cup: Nach dem zweimaligen Gewinn des Wettbewerbs durch den vielfachen deutschen und europäischen Berg-Champion Herbert Stenger (Sommerkahl) hat jetzt der „Nachwuchs“ das Sagen. Mit Marcel Steiner (Oberdiessbach/ Schweiz) sicherte sich ein 30-jähriger, Erfolg versprechender Sportwagen-Pilot die begehrte Wertung. Rang zwei ging an den 24-jährigen Patrik Zajelsnik (Freiburg), während der Cup-Gewinner von 2003 und 2004, Altmeister Herbert Stenger, mit dem dritten Platz vorlieb nehmen musste.

Acht Veranstaltungen standen im Jahr drei des Sportwagen-Berg-Cups im Terminkalender: Rechberg/ A, Trier, Schleiz, Hauenstein, Osnabrück, Oberhallau/ CH, Turkheim/ F und St. Agatha/ A waren Stationen für das inzwischen auf 30 Teilnehmer angewachsene Feld der Sportwagen-Piloten. Erfreulich ist nicht nur der kontinuierliche Zuwachs im Feld der Cup-Fahrer, sondern auch die zunehmende internationale Besetzung des Wettbewerbs mit Routiniers und talentierten Nachwuchsfahrern.

image

Marcel Steiner

Marcel Steiner, der seit 1996 Motorsport betreibt und über die Formel Ford drei Jahre später in die Gruppe CN gekommen ist, hatte sich zuvor bereits mit dem zweimaligen Gewinn der Schweizer Meisterschaft empfohlen. Der 30-jährige Automechaniker hat den Rennbazillus zweifelsohne von seinem Vater Heinz Steiner mitbekommen, der zuvor ein ganz Großer und Erfolgreicher im Sportwagenbereich war.

Lediglich beim Saisoneröffnungsrennen in Rechberg fehlte Marcel Steiner, der bei den übrigen sieben Veranstaltungen einmal Platz eins (Schleiz), je zweimal Platz zwei und drei sowie je einmal die Plätze fünf und sieben in der Division II belegte. In Addition aller Ergebnisse ergab dies 59,33 Punkte und damit Platz eins im Sportwagen-Berg-Cup 2005. Dass der Schweizer bei seinem Cup-Gewinn vom Pech des zweimaligen Cup-Siegers Herbert Stenger profitierte, schmälert nicht die gute Leistung des Martini-MK77-Piloten. Die Freude über den Gewinn des Sportwagen-Berg-Cups gleich im ersten Jahr seiner Teilnahme war verständlicherweise riesengroß.

image

Patrik Zajelsnik

Richtig gut in Fahrt kam 2005 auch der erst 24-jährige Patrik Zajelsnik. Der Freiburger „schwänzte“ ebenfalls den Saison-Auftakt (Rechberg), um danach den Ex-Tschager-Osella einmal auf Platz eins (Oberhallau), zweimal auf Platz zwei (Schleiz und Hauenstein), je einmal auf die Plätze vier und fünf sowie zweimal auf Platz sechs zu stellen. Damit hatte der Ex-Rundstreckenfahrer 56,78 Punkte auf dem Konto und sicherte sich den zweiten Platz mit mehr als drei Punkten Vorsprung vor Altmeister Herbert Stenger.

Dessen Saison-Prognose hatte am Anfang des Jahres zweifellos anders ausgesehen. Der Routinier war mit einem Paukenschlag in die Saison gestartet, als er am Rechberg die Pace machte und gut 25.000 Fans zum Jubeln brachte. Ernüchterung hingegen beim zweiten Lauf in Trier, als der 57-Jährige das Auto im letzten Wertungslauf kurz vor dem Ziel bei Höchstgeschwindigkeit in die Wiese setzte und deshalb lediglich einen einzigen Punkt gutgeschrieben bekam. Auch in Rennen drei gab es eine Enttäuschung, zumal Herbert Stenger wegen eines Drehers die mögliche volle Punktzahl deutlich verpasste.

image

Herbert Stenger

Danach lief es für den 20-fachen deutschen und europäischen Berg-Meister wie geschmiert. Dreimal Platz eins und einmal Platz vier brachten Punkte auf das Konto. In Oberhallau trat der „Berg-Löwe“ gar nicht erst an. 53,51 Punkte in der Endabrechnung bedeuteten trotz aller Widrigkeiten im Laufe des Jahres immer noch Platz drei.

Die Platzierung in der Gesamtwertung ist identisch mit der Reihenfolge in Division II (CN/ Drei Liter). In den zur Division I zusammen gefassten Gruppen der C3-Fahrzeuge und der CN-Autos bis zwei Liter Hubraum holte sich Erich Öppinger den Sieg. Der 64-jährige Unterhachinger pilotiert einen Osella PA16 mit 2,5-Liter-Triebwerk und bekam 51,53 Punkte gutgeschrieben. Dahinter etablierte sich Georg Olbrich (Rheinbach) mit dem Osella PA9 Nouvo auf dem zweiten Platz (41,59 Punkte), gefolgt von Senior Josef Zajelsnik (Freiburg) im Lucchini P01 (17,89).

Hintergrund: Der Ende 2002 aus der Taufe gehobene Sportwagen-Berg-Cup hat zum Ziel, die Zahl der Sportwagen kontinuierlich nach oben zu bringen. Den Initiatoren geht es nicht alleine darum, Neueinsteiger und Tourenwagen-Umsteiger für diese attraktive Sparte des Rennsports zu gewinnen. Zugleich sollen die nach wie vor in größerer Zahl auch in Deutschland geparkten Gruppe-C- und -CN-Fahrzeuge nach und nach mobilisiert werden. Ein weiteres Ziel ist es, dem Cup sukzessive mehr Internationalität zu verleihen. „Sportwagen sind das Salz in der Suppe eines jeden Bergrennens“, sagt Klaus Höhn, Initiator des Cups und von Beginn an Präsident dieser Vereinigung. Der Erfolg gibt ihm Recht: Denn seit der Gründung hat sich die Zahl der Mitglieder auf inzwischen 30 verdoppelt. Tendenz steigend
(C) khf/ Fotos: Karlheinz Franz

Zurück